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   Anerkennung ausländischer Erlaubnisse und Berechtigungen

Luftfahrzeugführer und Mitglieder des Betriebspersonals der in der internationalen Luftfahrt verwendeten Luftfahrzeuge müssen nach Artikel 32 Buchstabe a des Abkommens über die Internationale Zivilluftfahrt vom 7. Dezember 1944 (BGBl. 1956 II S. 411 - ICAO-Abkommen) über Befähigungszeugnisse und Erlaubnisscheine verfügen, die von dem Staat ausgestellt oder als gültig anerkannt sind, in dem das Luftfahrzeug registriert ist.

Artikel 33 des ICAO-Abkommens verpflichtet die Vertragsstaaten zur gegenseitigen Anerkennung der Erlaubnisse des Luftfahrtpersonals im grenzüberschreitenden Luftverkehr. Nach Artikel 32 ICAO-Abkommen besteht diese Verpflichtung nur dann nicht, wenn 

  • ein Luftfahrzeugführer ein Luftfahrzeug führt, das nicht in dem Staat eingetragen ist, in dem er seine Erlaubnis erhalten hat,

  • einem dem eigenen Staat angehörenden Luftfahrzeugführer eine Erlaubnis von einem anderen Vertragsstaat ausgestellt worden ist.

Deutschland hat diese Regelungen in der LUFTVERKEHRS-ZULASSUNGS-ORDNUNG (LuftVZO) umgesetzt. Außerhalb Deutschlands erteilte Erlaubnisse berechtigen gemäß § 28 Abs. 1 LuftVZO nur zum Führen oder Bedienen von Luftfahrzeugen, die in dem Staat oder Gebiet, in dem die Erlaubnis erteilt oder als gültig anerkannt worden ist, eingetragen sind. Mit einer ausländischen Erlaubnis kann daher in Deutschland nur das jeweilige ausländische Luftfahrtgerät eingesetzt werden, dessen Betrieb die ausländische Erlaubnis erlaubt.

Voraussetzung ist jedoch, dass die Anforderungen, nach denen die Erlaubnis erteilt oder als gültig anerkannt ist, den auf Grund des Artikels 33 ICAO-Abkommen aufgestellten Mindestanforderungen entsprechen (§ 28 Abs. 1 Satz 2 LuftVZO).

Von einem Mitgliedstaat der Europäischen Union erteilte Erlaubnisse sowie alle damit verbundenen Rechte und Bedingungen werden im Einzelfall ohne unbillige Verzögerung und ohne Auflage weiterer Prüfungen vom Luftfahrt-Bundesamt anerkannt, wenn die Voraussetzungen für die Erteilung der Erlaubnisse den Vorschriften des LUFTVERKEHRSGESETZES, der LUFTVERKEHRS-ZULASSUNGS-ORDNUNG (LuftVZO) und der VERORDNUNG ÜBER LUFTFAHRTPERSONAL (LuftPersV) entsprechen (§ 28a Abs. 1 LuftVZO).

Jeder Inhaber einer von einem Mitgliedstaat der Europäischen Union erteilten Erlaubnis für Privatluftfahrzeugführer darf auf in der Bundesrepublik Deutschland eingetragenen Luftfahrzeugen, die für eine Mindestflugbesatzung, bestehend aus einem Luftfahrzeugführer, zugelassen sind, bei Flügen nach Sichtflugregeln bei Tage im Umfang der Rechte seiner Erlaubnis tätig werden (§ 28a Abs. 2 LuftVZO).

Für die Schweiz gelten ähnliche Regelungen.

In die gegenseitige Anerkennung sind Einweisungs- und Lehrberechtigungen nicht einbezogen.

Erteilte Erlaubnisse anderer Staaten können für eine Betätigung als Luftfahrtpersonal auf in der Bundesrepublik Deutschland eingetragenen Luftfahrzeugen allgemein oder im Einzelfall anerkannt werden (§ 28 Abs. 2 LuftVZO). Der Antrag auf Anerkennung einer Erlaubnis im Einzelfall ist an das Luftfahrt-Bundesamt zu richten.

Allgemeine Anerkennung

Sie kann von Erlaubnisinhabern, die die deutsche Staatsangehörigkeit nicht besitzen, bei einem vorübergehenden Aufenthalt in der Bundesrepublik Deutschland für eine private Betätigung als Luftfahrzeugführer (PPL) unter erleichterten Bedingungen gewährt werden.

Anerkennung im Einzelfall

Sie ist von allen Luftfahrern zu beantragen, für die weder die Allgemeine noch die gegenseitige Anerkennung in Frage kommen. Der Antrag ist an das LBA zu richten.

Erteilung einer deutschen Erlaubnis

Für eine längerfristige Betätigung als Luftfahrtpersonal in der Bundesrepublik Deutschland kann nach erfolgter Anerkennung bei der zuständigen Luftfahrtbehörde ein Antrag auf Erteilung einer deutschen Erlaubnis gestellt werden.

Betrieb deutscher Luftfahrzeuge

  • Ein deutsch registriertes Luftfahrzeug kann in Deutschland 
        

    • in der nichtgewerblichen Luftfahrt geflogen werden mit einem gültigen:
         

      • deutschen Luftfahrerschein,

      • entsprechenden schweizerischen Luftfahrerschein

      • entsprechenden Luftfahrerschein aus einem Mitgliedstaat der Europäischen Union

      • entsprechenden Luftfahrerschein eines ICAO-Mitgliedstaates nach Anerkennung  gemäß § 28 Abs. 2 LuftVZO.
         

    • in der gewerblichen Luftfahrt mit einem gültigen:
         

      • deutschen Luftfahrerschein (Berufs-/Verkehrsluftfahrerschein),

      • entsprechenden Luftfahrerschein aus einem Mitgliedstaat der Europäischen Union nach Anerkennung gemäß § 28a Abs. 1 LuftVZO,

      • entsprechenden Luftfahrerschein aus einem ECAC-Staat nach Anerkennung  gemäß § 28 Abs. 2 LuftVZO,

      • entsprechenden Luftfahrerschein eines ICAO-Mitgliedstaates nach Anerkennung  gemäß § 28 Abs. 2 LuftVZO.
            

  • Ein deutsch registriertes Luftfahrzeug kann im Ausland geflogen werden mit einem gültigen

    • deutschen Luftfahrerschein,

    • entsprechenden ausländischen Luftfahrerschein in der nichtgewerblichen Luftfahrt, wenn die Vorschriften des betreffenden Staates dieses gestatten.

 

 

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